Britische Meteorologen warnen vor Klimawandel

Konkrete Schritte gegen die Erderwärmung will die internationale Staatengemeinschaft bis zum Jahr 2015 vereinbaren. Unterdessen zeigt eine weitere Studie möglichen Handlungsbedarf. Zum Klimagipfel in Durban, der am Wochenende abgeschlossen worden ist, hat das britische Meteorologische Institut für 24 Staaten, darunter fünf EU-Länder, die Folgen eines möglichen Klimawandels für die Landwirtschaft bis zum Ende dieses Jahrhunderts untersucht. Dabei unterstellten sie für Europa einen Temperaturanstieg zwischen 2,5 und 3 °C. Ohne Begrenzung der Emissionen, warnen die Forscher, könnte es bis zum Jahr 2100 sogar 3 bis 5 °C wärmer werden.
 
In Deutschland etwa prognostizieren die Londoner Forscher höhere Risiken von ausgeprägter Sommertrockenheit, die vor allem den Osten treffen könnten. Insgesamt zeichnen sie für die EU das Szenario, dass die nördlichen Länder wie Großbritannien vom Klimawandel sogar profitieren könnten, weil die Erwärmung zu längeren Vegetationszeiten führt. Fehlende Niederschläge könnten dagegen in den südlichen EU-Ländern zu erheblichen Ertragsrückgängen führen.

Während es in der EU künftig keine Unterversorgung mit Nahrungsmitteln geben dürfte, erwarten die britischen Meteorologen für Länder wie Bangladesch oder Indien, dass dort der Klimawandel Engpässe hervorrufen kann. Grund ist dort der Anstieg der Meeresspiegel, der zu wiederholten Überflutungen führen könnte. Betroffen sein von  Ertragsausfällen könnten außerdem wichtige Exportländer wie Brasilien, Russland und die USA. (db)
stats