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Die britische Weizenernte 2003 ist von der Qualität her eine der besten seit Jahren. So lautet jedenfalls das Fazit der diesjährigen Qualitätserhebung des britischen Getreideamtes HGCA in London. Geerntet wurden im Vereinigtem Königreich 2003 insgesamt 22,3 Mio. t Getreide. Davon entfielen 14,8 Mio. t auf Weizen, 1,3 Mio. t weniger als im Vorjahr. Die guten Wetterbedingungen während des Wachstums der Pflanzen und ein höherer Anbauanteil an Weizensorten mit potenziellen Brotweizenqualitäten haben für hohe Fallzahlen gesorgt. Von den insgesamt über 40.000 vom HGCA analysierten Proben wurde ein Durchschnitt von 294 (Vorjahr: 248) Sek. errechnet. Die Eiweißwerte sind in diesem Jahr ebenfalls hoch. Der britische Durchschnitt wurde bei 12,7 (11,9) Prozent ermittelt. Das spezifische Gewicht des Weizens beträgt im Durchschnitt 77,5 (76,2) kg/hl.

Die außergewöhnlich hohe Homogenität der diesjährigen Ernte hat dafür gesorgt, dass mehr als genug Qualitätsweizen auf dem Markt zu haben ist. Deshalb ist seit dem Sommer die Prämie insbesondere für Qualitätsweizen zusammengeschrumpft. In normalen Jahren beträgt sie 15,- bis 20,- £/t. Zurzeit beläuft sich der Preisunterschied zwischen Futter- und Brotweizen auf weniger als 7,- £/t. Die britischen Farmer sind aber dennoch recht zufrieden mit den derzeitigen Marktpreisen. Die europäische Futtergetreideknappheit hat dafür gesorgt, dass der Erzeugerpreis für Futterweizen in der vorigen Woche 93,- £/t betrug, verglichen mit 59,- £/t in November 2002.

Auch auf das Exportgeschäft wirkt sich die bessere Qualität in diesem Jahr positiv aus. Alleine in den ersten zwei Monaten des laufenden Wirtschaftsjahres wurden mehr als 0,5 Mio. t Weizen ausgeführt. Hauptempfängerländer waren Italien und Spanien. Es wird geschätzt, dass in dieser Saison insgesamt zwischen 2,8 und 3,0 Mio. t Weizen für den Export zur Verfügung stehen. Interesse, besonders von den traditionellen Käufern aus den Mittelmeerländern, soll vorhanden sein, sagt der Handel. Vorausgesetzt, das britische Pfund zeigt sich bei der Wettbewerbsfähigkeit des britischen Getreides auf dem europäischen Markt weiterhin unterstützend, dürfte es in dieser Vermarktungssaison wenig Schwierigkeiten geben, für den britischen Weizen Käufer zu finden, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. (ED)

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