Britischer Weizen fließt ab


Britischer Weizen findet Absatz im Futter und im Export. Für Bioethanol wird vorerst kein Getreide gebraucht. Das Agrarministerium Defra in London hat die Weizenbilanz 2011/12 aktualisiert. Die britische Weizenernte 2011 beziffert das Defra auf knapp 15,3 Mio. t und damit 3 Prozent höher als 2010. Diese Mehrmengen an Weizen werden zu einem Großteil ins Futter gehen und dort Gerste und Mais ersetzen, erwartet das Ministerium. Keinen Absatz für Weizen bietet dagegen der Biokraftstoffsektor. Bisher kann nur die Anlage Ensus im Nordosten Englands Bioethanol im größeren Stil herstellen. Sie ist ausgelegt auf eine jährliche Verarbeitungskapazität von 1,2 Mio. t Weizen, war aber seit Betriebsbeginn Anfang 2010 nie ausgelastet. Seit dem Frühsommer 2011 steht sie komplett still und soll nach Angaben des britischen Getreideamtes HGCA frühestens im 2. Quartal 2012 den Betrieb wieder aufnehmen.

Für die britischen Mühlen ist diese Saison günstig. Die Ernte auf der Insel hat hohe Weizenqualitäten gebracht. Deswegen schätzt das Defra die Weizenimporte 2011/12 auf nur 0,9 Mio. t. Der Bedarf ist kleiner als in den Vorjahren, als die Importe 1,0 bis 1,2 Mio. t erreichten, das meiste davon Qualitätsweizen.

Keine Prognose gibt das Defra zu den britischen Weizenexporten 2011/12. Sie waren im Vorjahr mit fast 2,7 Mio. t überdurchschnittlich hoch ausgefallen. In diesem Jahr bleiben in der Bilanz maximal 2,5 Mio. t Weizen übrig, die überhaupt exportiert werden können. Etwa die Hälfte dieser Menge ist bereits bis November 2011 nach den offiziellen Statistiken abgeflossen. (db)
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