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Der Weizenpreis macht nur noch einen verschwindend geringen Anteil an den Gesamtkosten der Brotherstellung aus, informiert der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV), Bonn. Deshalb müsse die Ankündigung des Verbandes Deutscher Mühlen, Bonn, auf Grund der schlechten Erntesituation das Mehl um bis zu 5 DM/100 kg teurer an die Kunden abzugeben, nach Ansicht des RLV nicht zu höheren Brot- und Brötchenpreisen führen. Zum Backen von Brötchen benötige ein Bäcker etwa 34 g Brötchenmehl. Bei einem Ausmahlungsgrad von rund 70 Prozent seien das 49 g Weizen. Der Landwirt als Rohstofflieferant des Weizens bekomme bei einem Getreidepreis von augenblicklich rund 23 DM/dt nur gut 0,01 DM. Würde beispielsweise der Getreidepreis auf 30 DM steigen, würden sich die Materialkosten für den Bäcker gerade mal um 0,3 Pf pro Brötchen erhöhen. Erst bei einem Getreidepreis von 45 DM/dt dürften Brötchen um 1 Pf teurer werden. Nach Ansicht des RLV müsse sich die Mühlen- und Bäckereibranche fragen lassen, warum die Brot- und Brötchenpreise in den vergangenen Jahren nicht gefallen seien. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre seien die Getreidepreise um gut 30 Prozent gesunken. Seinerzeit habe die Branche eben mit jenem geringen Anteil der Getreidepreise an den Gesamtherstellungskosten argumentiert. (ED)
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