Archer Daniels Midland (ADM) muss sein größtes europäisches Schokoladenwerk in Mannheim an eine dritte Partei verkaufen, nur dann stimmt die Europäische Kommission dem Verkauf der gesamten Sparte an den Wettbewerber Cargill zu, meldete die Brüsseler Behörde.

Die Kommission hatte die geplante Übernahme überprüft und kam zu dem Schluss, dass die Akquisition eine zu hohe Konzentration auf dem Markt für Industrieschokolade zur Folge hätte. Unter Umständen müssten dann vor allem Unternehmen, die ihre Produkte von den deutschen Werken bezögen, höhere Preise befürchten.

“Schokolade ist ein süßes, aber hartes Geschäft. Wir wollen sicherstellen, dass die Verbraucher für ihre Lieblingssüßigkeiten aus Schokolade, Keksen oder Eiskrem mehr bezahlen müssen“, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Durch die Veräußerung des Werks in Mannheim werde weiterhin ein effizienter Wettbewerb gewährleistet, sei sich die Kommission sicher.

Industrieschokolade wird in flüssiger oder fester Form verkauft und von Kunden in der nahrungsmittelverarbeitenden Industrie zur Herstellung von Endverbraucherprodukten verwendet. Zu den Kunden von Industrieschokolade gehören Hersteller von Keksen, Speiseeis, Schokoladenerzeugnissen und anderen Endverbraucherprodukten.

In Belgien, Frankreich und Großbritannien bestehen laut Kommission keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken, da der gemeinsame Marktanteil von Cargill und ADM kleiner als in Deutschland ist. (mas)
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