Ob die Obst- und Gemüsehändler in Russland weiterhin so reichlich Ware anbieten können, ist fraglich
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Ob die Obst- und Gemüsehändler in Russland weiterhin so reichlich Ware anbieten können, ist fraglich

Durch den Importstopp von Agrarprodukten entstehen hier wie dort Probleme. Bei vielen Agrarprodukten, die jetzt auf der Bann-Liste stehen, ist Russland kein Selbstversorger. Um die betroffenen Waren zu ersetzen, benötige die Landwirtschaft Russlands in den kommenden Jahren rund 100 Mrd. Rubel (etwa 2 Mrd. €), schätzt Agrarminister Nikolai Fjodorow.

Währenddessen korrigierte Moskau den Importstopp für einzelne Lebensmittel. Dazu zählen laktosefreie Milch, Kartoffelsetzlinge, junge Lachse und Forellen sowie biologische Zusatzstoffe. Eine Bloggerin aus Moskau beschreibt auf Facebook die Situation. Sie fotografiert ihre täglichen Mahlzeiten und Regallücken und berichtet von ihren Eindrücken.

Polen macht Druck

Die EU-Kommission prüft derweil, ob sie auf den russischen Importbann für westliche Agrarprodukte mit einer Klage bei der Welthandelsorganisation WTO antwortet soll. Die Kommission werde sich in den kommenden Wochen entscheiden, heißt es. Vor allem Polen macht Druck.

In Deutschland war laut Statistischem Bundesamt der Handel mit Russland bereits vor In-Kraft-Treten der Sanktionen deutlich zurückgegangen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres sanken die Exporte aller Waren nach Russland insgesamt um 15 Prozent auf rund 12,9 Mrd. €. (hed)
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