Bayerns Landwirtschaftsminister macht sich in Brüssel für die Bergbauern stark. Die EU-Agrarpolitik soll schwierige Bedingungen berücksichtigen.

Bergbauern haben kaum Möglichkeiten, auf den verschärften Wettbewerb mit Wachstum oder Rationalisierung zu reagieren. Der Erhalt der Bergbauern sei aber für die Kulturlandschaft und das Erholungsgebiet Alpenraum unverzichtbar. Dies sagte der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner auf einer Tagung der Alpenanrainer-Regionen. Brüssel müsse deshalb im Zuge der EU-Agrarreform den schwierigen Bedingungen und den besonderen Strukturen der Berglandwirtschaft Rechnung tragen.

Nur mit gezielten Sonderregelungen könne die Landwirtschaft im Alpenraum dauerhaft gesichert werden. Der Minister fordert daher Zuschläge auf die Direktzahlungen zu gewähren, um die besonderen Leistungen der Bergbauern für das Gemeinwohl wie den Erhalt von Wegen und Hecken zu honorieren. Auch müsse sichergestellt werden, dass die im Berggebiet dominierenden Nebenerwerbslandwirte künftig nicht von Direktzahlungen ausgeschlossen werden.

Darüber hinaus sprach sich Brunner dafür aus, Landwirte im Berggebiet wegen des ökologischen Werts ihrer Flächen von den Vorgaben des Greening möglichst ganz zu befreien, zumindest aber eine Freigrenze von 20 Hektar einzuführen.

Brunner: „Eine attraktive Berglandschaft gibt’s nicht zum Nulltarif.“ Allein im Freistaat gibt es rund 10.000 landwirtschaftliche Betriebe im Berggebiet. Sie bewirtschaften 1.400 Almen und Alpen. (az)
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