Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner sucht den direkten Kontakt mit Vertretern der EU-Kommission. Er fordert Nachbesserungen bei den Vorschlägen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Für ein transparentes und faires Fördersystem setzte sich Brunner in Gesprächen mit Vertretern des Europäischen Parlaments und der EU-Kommission in dieser Woche in Brüssel ein. Die künftige GAP in der EU müsse auch kleinräumige, bäuerliche Strukturen berücksichtigen. Mit pauschalen Auflagen und Flächenstilllegungen werde man dem ökologischen Wert dieser Bewirtschaftungsform nicht gerecht, so der Minister.

Heftige Kritik äußerte der Minister an den Brüsseler Plänen zur Neuabgrenzung der benachteiligten Gebiete. Die geplanten Kriterien würden zu starken Verwerfungen und Ungerechtigkeiten für die Bauern führen, mahnte Brunner. Für die Abgrenzung habe sich in Deutschland die aus der Bodenbewertung abgeleitete Landwirtschaftliche Vergleichszahl bewährt. Hierzu gebe es keine bessere Alternative. Auf die Ausgleichszulage in den benachteiligten Gebieten könne nicht verzichtet werden, um eine flächendeckende Landbewirtschaftung sicherzustellen. In Bayern liegen rund zwei Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe in benachteiligten Gebieten. (az)
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