Die Heinrich-Böll-Stiftung, der BUND und die französische Zeitung Le Monde Diplomatique haben heute in Berlin den „Fleischatlas 2013“ vorgestellt.

Mit einem 52-Seiten umfassenden kostenlos verteilten Kompendium, dem „Fleischatlas 2013“, wollen die Herausgeber, die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung und der Naturschutzbund BUND auf die globalen Zusammenhänge der Fleischerzeugung hinweisen und gleichzeitig eine Kehrtwende in der Agrarpolitik fordern.

Die heute vorgestellte Publikation berichtet über Produktion und Verbrauch von Fleisch- und Fleischwaren weltweit. Es werden die Konzerne auf dem Weltmarkt vorgestellt und die Zusammenhänge mit der Futterproduktion dargestellt. Es geht um Themen wie Tierhaltung, Medikamenteneinsatz und Fördermittel. Schwerpunkt ist die Darstellung der weltweiten Auswirkungen von Fleischproduktion und -konsum.

Die Initiatoren des Bandes verbinden mit der Vorstellung klare politische Statements. Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung: „Die intensive Fleischproduktion ist nicht nur qualvoll für die Tiere und belastet die Umwelt, sondern verschlingt gleichzeitig riesige Mengen an Rohstoffen. Das Schnitzel auf unserem Teller geht also nicht selten auf Kosten der Ernährungssicherheit zahlreicher Menschen im Süden dieser Welt.“

Die Forderungen von Unmüßig lautet: „Das heißt: Subventionen für die intensive Fleischproduktion streichen, Landnahme im Süden verhindern, die kleinbäuerliche Landwirtschaft fördern und das Menschenrecht auf Nahrung endlich ernst nehmen."

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger kritisierte Agrarministerin Ilse Aigner: „Tatsächlich zahlen die Verbraucher einmal beim Kauf des Fleisches, dann mit Steuergeld für neue Ställe und Schlachthöfe und drittens für die Umwelt- und Gesundheitsschäden.“ Der „Fleischatlas“ steht zum kostenlosen Download unter: www.bund.net/fleischatlas und www.boell.de/fleischatlas bereit. (hed)
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