Die vom Bundesagrarministerium (BMELV) gegründete Plattform zum Schutz des Bodens nimmt ihre Arbeit auf. Die Teilnehmer haben sich heute erstmals getroffen.  Ziel des Treffens von Vertretern von Bund, Ländern, Kommunen und Verbänden in Berlin war es, Eckpunkte für ein bundesweites Konzept abzustecken, mit dessen Hilfe der Flächenverbrauch bekämpft werden kann. Im Rahmen der Arbeitstagung wurden erste Arbeitsaufträge vergeben, teilte das BMELV mit. Zunächst werden „Best-Practice-Beispiele" gesammelt, die zeigen, wie flächensparende Projekte erfolgreich umgesetzt werden können. Daraus sollen anschließend Maßnahmen abgeleitet werden, die auf ihre Umsetzbarkeit und gegebenenfalls notwendigen Regelungsbedarf hin geprüft werden.

Nach Angaben des Ministeriums gingen den Landwirten in Deutschland zwischen 2000 und 2010 rund 409.000 ha für die Nutzung verloren. Dieser Rückgang resultiere zu großen Teilen auf der Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche. Diese habe sich in den vergangenen Jahren zwar abgeschwächt hat, liege derzeit aber immer noch bei gut 77 ha pro Tag. Dabei seien noch nicht jene Flächen mit eingerechnet, die als Ausgleichsflächen der landwirtschaftlichen Nutzung weitgehend entzogen sind. Künftig sollen 30 ha pro Tag in Deutschland die Höchstgrenze für den maximalen Flächenverbrauch für Siedlungen und Infrastruktur sein.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) rief im Vorfeld des Treffens zu einer Protestaktion in Berlin auf. Nach Ansicht des Verbands fehlt im Bundesagrarministerium der Wille, das Problem des Flächenverbrauchs tatsächlich anzupacken und ein Erhaltungsgebot für landwirtschaftliche Flächen gesetzlich zu verankern. (sch)
stats