Buenos Aires drosselt Sojaimporte

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Argentinien wird künftig weniger Sojabohnen für die Verarbeitung importieren. Die Regierung in Buenos Aires hebt entsprechende Steuervergünstigungen auf. Argentinien ist im globalen Maßstab die Nummer 3 in der Sojabohnenerzeugung, die von den USA und Brasilien angeführt wird. Bei den Exporten von Sojaschrot und Sojaöl ist Argentinien jedoch die absolute Nummer 1. Um diese Position stärken zu können, verarbeiten argentinische Ölmühlen auch Sojabohnen aus den Nachbarländern. Nach Informationen des Branchendienstes Oil World, Hamburg, haben diese argentinischen Importe zuletzt eine Größenordnung von jährlich 2,8 Mio. t erreicht. Die meisten Bohnen stammt aus Paraguay. Die Importe sollen nach dem Willen der Regierung in Buenos Aires künftig gedrosselt werden. Bisherige Steuervergünstigungen sind mit Wirkung vom 6. April aufgehoben worden, berichtet Oil World. Allerdings gibt es eine Übergangsphase für bereits vertraglich gebundene Sojabohnen, so dass die Importe in der aktuell laufenden südamerikanischen Ernte nicht abrupt zum Stillstand kommen.

Für das neue Wirtschaftsjahr 2009/10 stellt Oil World jedoch in Aussicht, dass Argentinien nur noch etwa 1 Mio. t Sojabohnen importieren wird. Paraguay wird sich bald nach anderen Abnehmern am Weltmarkt umsehen müssen. Allerdings hat Paraguay in der laufenden Saison große Ernteausfälle wegen Trockenheit. Deswegen ist der Exportdruck noch nicht so hoch. (db)

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