Die Zahl der Neugründungen von Energiegenossenschaften ist 2014 um mehr als die Hälfte eingebrochen. Im vergangenen Jahr entstanden in Deutschland nur noch 54 (2013: 129) neue Genossenschaften im Energiesektor. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands (DGRV), die heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) in Berlin vorgestellt wurde. „Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes hat sich stark bremsend auf die Gründungszahlen ausgewirkt. In den vergangenen Jahren boomte noch die Idee der Bürgerenergie, nun stockt die Entwicklung“, sagt Dr. Eckhard Ott, Vorstandsvorsitzender des DGRV.

Wenige Chancen bei Ausschreibungsverfahren

Die Ursache sieht Ott in den verringerten Geschäftsmöglichkeiten nach der letztjährigen Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Zudem hat die Verunsicherung durch drohende Regulierungskosten einer BaFin-Aufsicht zu einem Investitionsstau geführt. Insgesamt haben Energiegenossenschaften 1,67 Mrd. € in erneuerbare Energien investiert und Kapazitäten mit einer Leistung von 933 Megawatt errichtet. Kritisch beurteilt der DGRV die Einführung von Ausschreibungsverfahren auch für kleine Erneuerbaren-Projekte. „Das Ergebnis der ersten Ausschreibungsrunde für Photovoltaik-Freiflächenanlagen zeigt, dass eher große Unternehmen zum Zuge kommen. Akteursvielfalt sieht anders aus“, kritisiert Ott. (az)
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