Das Schmallenberg-Virus ist mit Sachsen-Anhalt im neunten Bundesland aufgetaucht. Bund und Länder verabreden enge Absprachen bis eine gesetzliche Meldepflicht verabschiedet ist. Das Schmallenberg-Virus hat nun auch Sachsen-Anhalt erreicht. Es ist in zwei Betrieben im Salzlandkreis und einem Betrieb im Harzkreis – alles Schafhaltungsbetriebe - nachgewiesen worden, teilt das Agrarministerium in Magdeburg heute mit. Damit steigt die Zahl der in Deutschland von dem neuartigen Virus betroffenen Betriebe auf 215. Laut dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, welches die Meldungen im nationalen Tierseuchen Nachrichtensystem (TSN) auswertet, sind 7 betroffene Rinder-, 200 Schaf- und 8 Ziegenhaltungen derzeit in Deutschland bekannt. Besonders viele Fällt gibt es in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen außerdem wurde das Virus neben Sachsen-Anhalt auch in Hessen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Brandenburg und Thüringen gefunden.

Die Bundesländer haben in einer Telefonkonferenz mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) diese Woche verabredet unabhängig von der Rechtslage alle Meldungen umgehend in das TSN einzupflegen. Bis eine gesetzliche Meldepflicht für das Virus in Kraft tritt, dauert es wohl noch bis April. Das BMELV bereitet entsprechende Verordnungen vor und will sie im März im Bundesrat zur Abstimmung stellen. Ein schnelleres Vorgehen sei nicht möglich, heißt es diese Woche im BMELV. Die mündliche Absprache mit allen Ländern gewährleiste aber bereits eine umfangreiche Registrierung der Fälle. Um künftig schneller auf plötzlich auftretende neue Tierkrankheiten reagieren zu können, plant das BMELV auch das gesamte Tierseuchenrecht zu novellieren. Dieses Vorhaben nehme allerdings noch weitere Zeit in Anspruch. (sta)
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