Bundeskartellamt öffnet elektronischen Briefkasten

Anonymen Hinweisgebern macht es das Bundeskartellamt künftig leichter. Wer illegale Preisabsprachen und andere Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht melden will, kann das jetzt online tun. Die Wettbewerbshüter haben einen geschützten elektronischen Briefkasten auf ihrer Webseite eingerichtet. Das neue System gebe nun auch solchen Informanten, die ihre Identität nicht preisgeben wollten, eine Möglichkeit die Kartellverfolgung zu unterstützen, sagte Behördenpräsident Andreas Mundt. Der elektronische Briefkasten stelle eine Ergänzung zu den bisherigen Ermittlungsmethoden gegen Wettbewerbsverstöße dar. „Wir wollen Informanten nicht in die Anonymität treiben“, sagte ein Kartellamtssprecher gegenüber agrarzeitung.de. Ein anonymer Hinweisgeber könne aber ein erster Dominostein sein, der Ermittlungen ins Rollen bringe.

In der Agrar- und Ernährungswirtschaft hat das Kartellamt in den vergangenen Jahren ebenfalls Ermittlungen durchgeführt. Im Herbst 2011 hatten die Wettbewerbshüter gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 23,8 Mio. € ein Verfahren gegen die VK Mühlen AG eingestellt. Der Vorwurf hatte auf wettbewerbswidrige Absprachen im Bereich Weizenmehl gelautet. Aktuell führt die Bonner Behörde eine Sektoruntersuchung zu den Beschaffungsmärkten im Lebensmitteleinzelhandel durch. (pio)
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