Bundeskartellamt untersagt erstmals Verkauf unter Einstandspreis

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Das Bundeskartellamt hat jetzt erstmals den drei großen Lebensmittelketten Wal-Mart, Aldi Nord und Lidl untersagt, bestimmte Grundnahrungsmittel, unter anderem Milch, Butter, Zucker, Mehl, Reis und Pflanzenfett, dauerhaft unter Einstandspreis zu verkaufen. Da die Unternehmen auf Grund ihrer Größe, Marktanteile und Ressourcen gegenüber den selbstständigen Lebensmittelhändlern als kleine und mittlere Wettbewerber über eine überlegene Marktmacht verfügten, stelle ihr Verkaufsverhalten eine unbillige Behinderung dar, begründete das Bundeskartellamt seine Entscheidung. Die drei Lebensmittelketten verkaufen seit Ende Juni 2000 zwischen fünf und zehn Artikel unter Einstandspreis. Die Verfahren eingestellt hat das Bundeskartellamt gegen Aldi Süd, Tengelmann/Plus und Norma. Soweit diese Unternehmen ebenfalls unter Einstandspreis verkauft haben, war dies sachlich gerechtfertigt, weil sie lediglich auf die vorgefundenen Wettbewerbspreise in entsprechender Höhe und dem räumlichen Geltungsbereich reagiert hätten, heißt es weiter. Der rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Landwirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage hat das Eingreifen des Bundeskartellamtes auch mit Blick auf die Landwirtschaft begrüßt. "Das Preisdumping für Grundnahrungsmittel schadet den Landwirten, denn der Preisdruck wird an die Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte weiter gegeben." (ED)
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