Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung soll in Deutschland deutlich reduziert werden. Das Bundeskabinett hat heute eine Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG) beschlossen. 

Durch die Neuregelung des Gesetzes sollen die Überwachungsbehörden der Bundesländer schärfere Kontrollbefugnisse als bisher erhalten. Zudem sollen sich die Länder am Aufbau einer bundeseinheitlichen Datenbank zum Antibiotikaeinsatz beteiligen. Diese soll es den Kontrollbehörden ermöglichen, zu erfassen, wie häufig einzelne Betriebe Antibiotika verabreichen, teilt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) mit.

Tierhalter werden künftig dazu verpflichtet, gemeinsam mit ihrem Tierarzt die Therapiehäufigkeit zu überprüfen. Liegt diese höher als eine bundesweit ermittelte Kennzahl für den Betriebstyp, müssen sie den Antibiotikaeinsatz minimieren.

Darüber hinaus können Landwirte verpflichtet werden, Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene, der Gesundheitsvorsorge oder der Haltungsbedingungen zu ergreifen, wenn dies zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes beitragen kann.

Tierärzte müssen den zuständigen Behörden Daten zum Medikamenteneinsatz auf Anforderung in Zukunft kurzfristig übermitteln. Um die Wirksamkeit von Antibiotika, die für die Humanmedizin von besonderer Bedeutung sind, nicht zu gefährden, soll deren Einsatz in der Tierhaltung eingeschränkt werden.

Das Gesetz soll nach Abschluss des parlamentarischen Verfahrens voraussichtlich im Frühjahr 2013 in Kraft treten. (sch)
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