Bundestag verschärft Regeln für den Derivatehandel


Strengere Regeln für den außerbörslichen Handel mit Derivaten finden in Berlin Zustimmung. Die erste Hürde gegen Spekulation ist errichtet.

Das Ausführungsgesetz zur „Over-The-Counter"-Verordnung (OTC-Verordnung) hat am Mittwoch den Finanzausschuss des Bundestages passiert. Mit den Stimmen von CDU/CSU, FDP und SPD bei Enthaltung der Linksfraktion sowie der Grünen kann die Verordnung in Deutschland in Kraft treten. Sie setzt national die EU-Richtlinie EMIR (European Market Infrastructure Regulation) um. In der gesamten EU soll damit der außerbörsliche Handel mit Derivaten und Commodities geregelt werden, für den der Begriff „Over-the-Counter" (OTC) gebräuchlich ist.

Mit der OTC-Verordnung werden ein Transaktionsregister sowie das Clearing zur Pflicht. Diese Regeln gelten auch für den OTC-Handel mit Agrarderivaten. Die Aufsicht obliegt der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Während die EU-Richtlinie EMIR den außerbörslichen Handel regelt, verspricht die europäische Richtlinie zu den Märkten für Finanzinstrumente MiFID mehr Transparenz für den geregelten Terminhandel an Börsen. MiFID soll im Frühjahr 2013 verabschiedet werden. Kernelemente sind eine Beschränkung des schnellen Computerhandels bei starken Kursausschlägen sowie im Rohstoffhandel - und damit auch für Agrarfutures - Positionslimits für spekulativ orientierte Handelsteilnehmer. (db)
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