Bundesweit weniger Sommergerste


Ersten Hochrechnungen zufolge werden in Deutschland etwa 1,7 Mio. t (2009: 2,2 Mio. t) Sommergerste geerntet werden. Die niedrigen Eiweißwerte sowie die noch sehr vage geschätzte Sortierung von durchschnittlich 84 Prozent werden voraussichtlich eine Braugerstenmenge von 1,1 Mio. t ergeben. Zu diesem Ergebnis kommt die Braugerstengemeinschaft e.V., München, nach einer Umfrage in den Landesverbänden. Auf Grund der schnellen Abreife seien die Bestände gesund und können in den nächsten Tagen bei trockener Witterung eingebracht werden. Erste Druschergebnisse bei der Sommergerste sowie die Eindrücke auf verschiedenen Braugerstenbesichtigungen zeigen, dass frühe Bestände gute Erträge, niedrige Eiweißwerte sowie gute Vollgerstenanteile erzielen. Späte und notreife Bestände enttäuschen jedoch im Vollgerstenanteil und somit im Gesamtertrag. Die Eiweißwerte seien auch bei diesen Beständen oft noch im akzeptablen Bereich.

Viel Raum für Spekulationen am Getreidemarkt böten derzeit die Ernteprognosen, die in vielen europäischen Ländern zurückgenommen werden, so die Braugerstengemeinschaft weiter. Die Ernte stehe jedoch in weiten Teilen Europas erst noch bevor. Belastbare Qualitäts- und Mengenergebnisse stünden erst fest, wenn das Getreide im Lager ist. Die deutsche Malz- und Brauwirtschaft sei durch Überhänge aus dem Jahr 2009 noch komfortabel versorgt. Der Braugerstenmarkt wird jedoch vom Weltgetreidemarkt mit nach oben gezogen, so dass mit moderat steigenden Erzeugerpreisen gerechnet wird. (dg)
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