Halbjahresbilanz

Bunge hofft auf regen Handel


Die Bunge Ltd., White Plains, hat ein sehr schwaches 2. Quartal 2015 hinter sich. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Drittel, das operative Ergebnis um fast zwei Drittel zurückgegangen. Da der Agrarkonzern jedoch im 1. Quartal 2015 ausgesprochen gute Zahlen vorgelegt hatte, sieht die Halbjahresbilanz wesentlich besser aus. Der Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 29 Prozent auf 21,6 Mrd. US-$ von Januar bis Juni 2015 erklärt sich mit dem niedrigeren Preisniveau. Das operative Ergebnis (Ebit) ist gestiegen. Bunge weist im 1. Halbjahr 2015 einen Betrag von 540 Mio. US-$ aus, der um 10 Prozent über dem Vorjahresergebnis liegt. Im Gesamtjahr 2015 soll das Ebit wieder über die Marke von 1 Mrd. US-$ klettern, verspricht Finanzvorstand Drew Burke.

Brasilien-Motor stottert

Weltweit vertreten
Bunge zäht mit einem Umsatz von rund 58 Mrd. US-$ im Jahr 2014 zur ABCDG-Gruppe (ADM, Bunge, Cargill, Dreyfus, Glencore), die international mit Getreide und Ölsaaten handelt sowie Agrarrohstoffe verarbeitet. Zu Bunge gehören Ölmühlen in Nord- und Südamerika sowie in Europa und China. Von Bedeutung ist weiterhin das Zuckergeschäft in Brasilien. In Deutschland betreibt der Konzern die Ölmühle in Mannheim. (db)
Das ungewöhnlich schwache Abschneiden in den Monaten April bis Juni 2015 erklärt der Bunge-Vorstandsvorsitzende Soren Schroder mit einem Bündel von Einflussfaktoren. Zum einen nennt er die sehr schwachen Margen in der Rapsverarbeitung in den europäischen und kanadischen Ölmühlen. Des weiteren hat nach Schroders Aussage das gesamte Brasiliengeschäft unter der dortigen Wirtschaftsschwäche gelitten. In Argentinien wiederum hat Bunge im Mai der Streik in den Ölmühlen zu schaffen gemacht. Schließlich ist auch die seit Jahren wenig ertragreiche Zuckerrohr- und Biospritsparte wieder in die Verlustzone gerutscht.

Heterogene Ernte eröffnet Chancen

Den Optimismus für die zweite Jahreshälfte bergründet der Bunge-Finanzvorstand mit mittlerweile verbesserten Schlaglöhnen in den südamerikanischen Sojamühlen. Dagegen sind nach Aussage von Burke die Margen in der europäischen Rapsverarbeitung weiter schwach, weil die Ölmühlen mit recht hohen Saatpreisen bei schwachen Ölpreisen konfrontiert sind. Sehr optimistisch blickt das Bunge-Management auf den globalen Getreide- und Ölsaatenhandel im 2. Halbjahr 2015. Bei einer insgesamt bedarfsdeckenden Erntemenge, die aber regional sehr unterschiedlich ausfällt, rechnet das Unternehmen mit umfangreicheren Handelsströmen. (db)
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