Neunmonatsbericht

Bunge spürt Kaufzurückhaltung

Die Bunge Ltd., White Plains, hat von Januar bis September 2014 mit 43,9 Mrd. US-$ etwa 2 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum erzielt. Das operative Ergebnis (Ebit) liegt im aktuellen Neunmonatszeitraum mit 809 Mio. US-$ um rund 9 Prozent unter dem um Sondereinflüsse bereinigten Wert des Vorjahreszeitraumes. Der Ertragsrückgang stammt im 3. Quartal 2014 aus dem Bunge-Kerngeschäft, zu dem neben dem internationalen Agrarhandel die Ölmühlen in Nord- und Südamerika sowie Europa gehören.

Vorverkäufe niedrig wie nie

Der Bunge-Vorstandsvorsitzende Soren Schroder berichtete am Donnerstag von Herausforderungen vor allem in Südamerika. Wegen der stark gesunkenen Preise für Mais und Soja halten sich nach seiner Beobachtung die Farmer mit Verkäufen zurück. In Brasilien registriert das Bunge-Team so niedrige Vorverkäufe der neuen Ernte wie nie zuvor. In Argentinien wiederum verkaufen die Farmer kaum Sojabohnen aus der alten Ernte. Dies führen die Bunge-Manager auf die hohe Inflation und die Schwäche der argentinischen Währung zurück.

Temporärer Buchverlust aus Hedgegeschäft

Schließlich ist bei Bunge im 3. Quartal 2014 ein Buchverlust aus Hedgegeschäften in Nordamerika und Europa von rund 80 Mio. US-$ entstanden. Allerdings erwartet das Management, dass ein Großteil im 4. Quartal bei Ausführung der Terminkontrakte ausgeglichen wird. "Unsere Risikostrategien waren sowohl bei Getreide als auch Ölsaaten erfolgreich", beteuert Schroder. Zufrieden zeigt er sich außerdem mit den Margen der Ölmühlen. Er rechnet damit, dass dies auch im 4. Quartal 2014 so bleiben wird.

Starkes Schlussquartal zu erwarten

Drew Burke, Finanzvorstand von Bunge, stellte am Donnerstag bei Vorlage der Neunmonatszahlen ein "starkes" Schlussquartal in Aussicht. Er rechnet damit, dass dann die Rekordsojaernte in den USA in den Ölmühlen ankommt. Auch in Europa verspricht sich der Bunge-Vorstand angesichts hoher Getreide-und Rapsernten umfangreiche Exporte und eine gute Auslastung der Ölmühlen.

Das wenig einträgliche Zucker- und Bioenergiegeschäft in Brasilien steht dagegen nach wie vor auf dem Prüfstand. Die Suche nach strategische Alternativen ist nach Aussage von Schroder allerdings wegen der Präsidentschaftswahl in Brasilien ins Stocken geraten. (db)
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