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Die CMA ist gelähmt. Betriebe zahlen ihre Absatzfondsbeiträge nur unter Vorbehalt. Das ist allerdings lediglich ein Symptom, meint Professor Franz Mühlbauer, Fachhochschule Weihenstephan, der sich seit Jahrzehnten mit dem Agrarmarketing beschäftigt. Seiner Ansicht nach reicht die Marketingkrise viel tiefer. CMA und Absatzfonds hätten es seit Jahrzehnten versäumt, sich grundlegend zu reformieren und den völlig veränderten Wettbewerbs-verhältnissen in der immer größeren EU und den Effekten der Globalisierung anzupassen, sagte er in einem Interview mit der Agrarzeitung Ernährungsdienst. Allgemeine Produktwerbung nach dem Motto "Bestes vom Bauern" oder die Werbung für Gattungsprodukte wie Milch, Fleisch und Eier besäßen eine Wirkungseffizienz, die gegen null tendiert. Dieses ineffiziente agrarische Gemeinschaftsmarketing verschlinge bis heute das meiste Geld. Für 2007 waren für eben diese Gattungswerbung immer noch 41 Millionen Euro eingeplant, welche allerdings wegen der aktuellen juristisch prekären Situation auf 19 Millionen Euro reduziert wurden. Im Hinblick auf den Nutzen für die deutsche Landwirtschaft wirft die CMA also im kommenden Jahr fast 20 Millionen Euro an Bauerngeldern zum Fenster hinaus. Mühlbauer präferiert eine Schrumpfung der CMA auf die Exportförderung, die aus dem Etat des Landwirtschaftsministeriums zu finanzieren sei. (db)
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