Cargill-Chef mischt sich in Ethanoldebatte ein


In den USA wird die Kritik an der hohen Beimischung von Bioethanol lauter. Prominent reiht sich Greg Page ein. Der Vorstandsvorsitzende des US-Agrarkonzerns Cargill Inc., Minneapolis, äußert sich selten in der Öffentlichkeit. Am Dienstag hat er in einem Interview mit dem US-Wirtschaftsnachrichtensender CNBS jedoch klar Position bezogen.

„Jeder, der Mais verbraucht, muss zurückstecken", begründete Page die Forderung, den Renewable Fuels Standard (RFS) anzupassen. Das Mandat schreibt in den USA Mindestmengen für die Beimischung von Biokraftstoffen vor. Es könne nicht sein, so der Cargill-Chef, dass nur Tierhalter oder Verbraucher die Last tragen, wenn die Preise wegen der Maisknappheit um bis zu 50 Prozent steigen.

Erst am Montag hatte ein breites Bündnis der maßgeblichen Verbände der Fleisch- und Milchwirtschaft eine Petition an die US-Umweltagentur EPA gerichtet. Sie fordern, dass bis zur Ernte 2013 die staatliche Beimischungsverpflichtung für Ethanol auf Maisbasis ausgesetzt wird.

Der Cargill-Chef warnte im CNBS-Interview aber auch vor Panik. Die Angebotslücke sei zu managen, wenn Exportländer keine Ausfuhrschranken errichten und Importländer keine Panikkäufe einleiten.

Cargill gehört mit einem Umsatz 2011 von fast 120 Mrd. US-$ zu den global führenden Agrarkonzernen. Mit einer Ethanolerzeugung von jährlich etwa 800 Mio. Liter rangiert Cargill unter den zehn größten US-Anbietern. Stärker noch ist jedoch die Futtermittelsparte im stark diversifizierten Konzern. (db)
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