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Die bislang größte Investition des US-Agrar- und Nahrungsmittelkonzerns Cargill Inc. in Russland hängt wegen Unvollkommenheit des dortigen Bodenrechts in der Luft. Die Errichtung einer Ölmühle in der Provinz Woronesh ist vorerst eingefroren worden, berichtet die Moskauer Zeitung "Vedomosti" unter Berufung auf den Cargill-Direktor für die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), Patrick Bracken. Die Umsetzung des Projektes, in welches rund 100 Mio. US-$ investiert werden sollen, wurde mit russischen Behörden vor zwei Jahren vereinbart. Nachträglich stellte sich aber heraus, dass das dem Unternehmen bereitgestellte Grundstück zur Kategorie Agrarland gehört und daher nicht bebaut werden darf. Die Umstufungsversuche scheiterten daran, dass von der föderalen Gesetzgebung bisher kein Mechanismus hierfür vorgesehen ist. Nun, so "Vedomosti", werde eifrig an einem entsprechenden Gesetzentwurf gearbeitet. Laut Bracken habe die russische Regierung sein Unternehmen um Geduld gebeten, bis das Gesetz vom Parlament verabschiedet wird. Cargill gehören in Russland bereits Aktienmehrheiten an einer Glukose- und Stärkefabrik sowie einem Getreidespeicher. Neben der Ölmühle erwägt die US-Firma die Errichtung einer Malzfabrik in der Provinz Tula.(pom)
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