Neunmonatszahlen

Cargill rechnet vorerst mit Flaute


Die Cargill Inc. hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2016 - dazu zählen die Monate Juni 2015 bis Februar 2016 - einen Umsatz von 80 Mrd. US-$ erzielt. Den Rückgang um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum begründet das Unternehmen mit niedrigeren Rohstoffpreisen und Absatzschwächen in einigen Märkten. Außerdem fehlen Umsätze mit Schweinefleisch. Der Verkauf der US-Aktivitäten an den brasilianischen Fleischkonzern JBS im Sommer 2015 hat allerdings Geld in die Cargill-Kasse gespült, die den Nettogewinn im aktuellen Neunmonatszeitraum um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 2,4 Mrd. US-$ nach oben getrieben haben. Um diesen Effekt bereinigt hat es einen Rückgang um 2 Prozent auf 1,7 Mrd. US-$ gegeben.

Argentiniengeschäft läuft rund

Das bisherige Abschneiden im Geschäftsjahr 2016 beurteilte Cargill-Chef David MacLennan bei Veröffentlichung der Zahlen zum 3. Quartal am Donnerstag als „solide". Besonders zufrieden zeigte er sich mit den drei Monaten Dezember 2015 bis Februar 2016, in denen bei gesunkenen Umsätzen der bereinigte operative Gewinn um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen ist. Als bemerkenswert beurteilte er das verstärkte Engagement Argentiniens bei den Agrarexporten, aktuell spürbar in einem deutlichen Ausbau der Maislieferungen von dort. Dennoch beobachtet MacLennan nach wie vor niedrige Agrarpreise bei geringer Volatilität, die Handelsmargen begrenzen. „Wir erwarten keine kurzfristige Verbesserung der Marktbedingungen", sagte der Cargill-Chef und kündigte an, sich wie bisher auf Kostenkontrolle zu konzentrieren. Dazu gehört auch der anhaltende Umbau des Unternehmens.

Aufräumen in Europa

Die deutsche Cargill GmbH hat im März angekündigt, die Mainzer Ölmühle wegen schwacher Margen in der Rapsverarbeitung zu schließen. Zuvor verkündete der US-Konzern in zahlreichen osteuropäischen EU-Ländern sowie in Russland und der Ukraine den Ausstieg aus dem Handel mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie Saatgut. In all diesen Ländern will Cargill aber weiterhin Getreide und Ölsaaten erfassen und handeln sowie Mischfutter produzieren und verkaufen. (db)


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