Neuordnung

Cargill strafft Osteuropageschäft


Global die Nummer 1
Cargill ist der global größte Agrarkonzern mit etwa 150.000 Mitarbeitern in 70 Ländern. Das 150 Jahre alte privat geführte Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2015 (Juni 2014 bis Mai 2015) 120 Mrd. US-$ umgesetzt. Die deutsche Cargill betreibt drei Ölmühlen (Mainz, Riesa, Salzgitter), eine Fettraffinerie (Hamburg), eine Mälzerei (Salzgitter), Stärkefabriken (Barby, Krefeld), eine Biodieselanlage (Frankfurt-Höchst) sowie den Getreide- und Futtermittelhandel. Hinzu kommt die Produktion von Kakao und Schokolade sowie von Lebensmittelzutaten. (db)
Die Cargill Inc. wird ab Ende Mai 2016 in den EU-Ländern Bulgarien, Polen, Rumänien, der Slowakei und Ungarn sowie in Russland und der Ukraine keine Dünge- und Pflanzenschutzmittel und kein Saatgut mehr verkaufen. Wie der US-Konzern mitteilt, sind davon etwa 180 Arbeitsplätze in den sieben Ländern betroffen. In all diesen Ländern bleibt Cargill aber in der Erfassung und im Handel mit Getreide und Ölsaaten aktiv. Hier will das Unternehmen noch Volumen und Marktanteile erhöhen. Synergien mit dem Betriebsmittelgeschäft habe es aber keine gegeben, begründet Cargill die Entscheidung.

In fast allen mittel- und osteuropäischen Ländern ist der US-Konzern ein wichtiger Anbieter von Futtermitteln mit eigenen Werken. In Polen als einem der größten Märkte ist Cargill seit 1991 vertreten und verfügt mittlerweile landesweit über etwa 20 Standorte. Eine weiterer Schwerpunkt liegt in der Getreide- und Ölsaatenverarbeitung sowie im internationalen Weizenhandel.

Hier hat die Schwarzmeer-Region strategische Bedeutung für weiteres Wachstum. Cargill kündigt an, seine bestehenden Beteiligungen und Operationen zu stärken. Dazu gehören Beteiligungen an Terminals an den Schwarzmeerhäfen im russischen Noworossijsk sowie über ein Joint-Venture im rumänischen Constanza. Hinzu kommen Ölmühlen in der Region. (db)
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