Jahresabschluss

Cargill verdient weniger


Im Geschäftsjahr 2015 (Juni 2014 bis Mai 2015) hat die Cargill Inc., Minneapolis, einen Umsatz von rund 120 Mrd. US-$ erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 11 Prozent. Stärker – um 13 Prozent – hat der Nettogewinn nachgegeben. Für 2015 weist Cargill rund 1,58 Mrd. US-$ aus.

Weltweit vertreten
Die 1865 gegründete Cargill Inc. ist der global größte Agrarkonzern. Er beschäftigt in seinem 150. Jubiläumsjahr etwa 143.000 Mitarbeiter in 67 Ländern. Die deutsche Cargill betreibt drei Ölmühlen (Mainz, Riesa, Salzgitter), eine Fettraffinerie (Hamburg), eine Mälzerei (Salzgitter), Stärkefabriken (Barby, Krefeld), eine Biodieselanlage (Frankfurt-Höchst) sowie den Getreide- und Futtermittelhandel. Hinzu kommen Lebensmittelzutaten. (db)
Der erhebliche Rückgang des Gewinns ist im 4. Quartal 2015 (März bis Mai) entstanden. Diese drei Monate haben Cargill einen Nettoverlust von 51 Mio. US-$ im Vergleich zu einem Nettogewinn von 376 Mio. US-$ im gleichen Vorjahreszeitraum eingebracht. „Wir haben unsere eigenen Erwartungen nicht erfüllt“, gestand Cargill-Chef David MacLennan am Donnerstag bei der Vorlage der Jahresergebnisse ein. Als Gründe nannte er das schwache wirtschaftliche Umfeld in vielen Schwellenländern, in denen Cargill in den vergangenen Jahren besonders intensiv investiert habe. Das Unternehmen arbeite daran, dort die Kosten zu senken und die betriebliche Effizienz zu erhöhen.

Wertberichtigungen bringen Verlust

MacLennan wies allerdings darauf hin, dass die Verluste im 4. Quartal nicht im operativen Bereich entstanden seien. „Alle vier Geschäftsbereiche des Unternehmens waren gewinnbringend“, betonte der Cargill-Chef. Der aktuelle Quartalsverlust sei durch Wertberichtigungen im Warenwirtschaftssystem  und durch die Abwertung der venezuelischen Währung entstanden.

Starke Leistungen hat nach Angaben von MacLennan das Segment Tierernährung beigesteuert. Die integrierte Schweinemast in den USA, die auch zu diesem Segment gehört, wird allerdings verkauft. Sofern die Kartellbehörden zustimmen, geht das US-Schweinefleischgeschäft von Cargill für 1,45 Mrd. US-$ an den brasilianischen Fleischkonzern JBS.

Etwas höher als im Vorjahr war für Cargill im gesamten Geschäftsjahr 2015 der operative Gewinn im Erfassungsgeschäft und in der Rohstoffverarbeitung. Das 4. Quartal sei jedoch enttäuschend gelaufen, berichtete MacLennan weiter. Als Gründe nannte er schwächere Agrarpreise.

Ölmühle in der Ukraine liegt still

Schwierig war für Cargill außerdem das Geschäft in der Ukraine, wo das Unternehmen bislang eine eigene Ölmühle in Donezk für die Verarbeitung von Sonnenblumen betrieben hat. Diese liegt seit Juli 2014, als die bewaffneten Auseinandersetzungen in der Region begannen, still. Die US-Ölmühlen mit Sojaverarbeitung haben Cargill jedoch gute Ergebnisse beschert.

In der Lebensmittelsparte berichtet Cargill von einem erfolgreichen ersten Betriebsjahr von Ardent Mills. Es handelt sich um ein Mühlen-Joint-Venture von Cargill, ConAgra Foods und der US-Agrargenossenschaft CHS. Das Geschäft mit Lebensmittelzutaten sei dagegen schwächer gelaufen, vor allem wegen der abgekühlten Weltkonjunktur. (db)
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