Chancen für die Braugerste


Sommerbraugerste ist in Deutschland seit Jahren auf dem Rückzug. Mehrjährige Anbau- und Lieferverträge zwischen Landwirten und Verarbeitern könnten den Trend stoppen. Europas Mälzereibranche befindet sich in einer Phase der Konsolidierung. Die aktuellen Übernahmen deutscher Mälzer durch internationale Konzerne können nach Meinung von Dr. Hans-Georg Eils, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes und Vorsitzender der Braugerstengemeinschaft e.V., Auswirkungen auf die Sorten- und Preispolitik am Braugerstenmarkt haben. „Die künftige Versorgungsstrategie der internationalen Unternehmen ist noch nicht deutlich zu erkennen", so Eils in dieser Woche auf der Festveranstaltung des Thüringer Braugerstenvereins anlässlich seines 20-jährigen Bestehens in Stadtroda. Dennoch vermutet er eine stärkere Aufteilung der Strategien zwischen regionalem Einkauf einerseits sowie nationaler und internationaler Versorgung andererseits.

„Die Einkaufsentscheidungen der einzelnen Unternehmen werden zwischen der Jagd nach Tiefstpreisen und langfristigem, partnerschaftlichem Versorgungsdenken liegen", prognostiziert der Marktexperte. Gute Chancen sieht Eils auf diesem Weg für deutsche Herkünfte. „Deutsche Braugerste hat eine wirtschaftliche Vorzüglichkeit für hiesige Mälzereien und Brauereien gegenüber Importware", ist er überzeugt. Um den Anbau für die Landwirte wieder interessanter zu gestalten und die Rohstoffsicherung für die Verarbeiter zu sichern, kann Eils sich einen mehrjährigen Stufenkontrakt als eine praktikable Möglichkeit vorstellen. (dg)
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