Eigentümerwechsel

ChemChina verleibt sich Adama ein


Stark in Europa
Adama hat 2015 mit Pflanzenschutzmitteln einen Umsatz von 3,1 Mrd. US-$ erzielt. Rund 36 Prozent davon entfielen auf Europa, mit großem Abstand folgten Lateinamerika und Nordamerika sowie die Region Indien, Naher Osten und Afrika. Der Raum Asien/Pazifik, zu dem auch China gehört, trug lediglich 9 Prozent zum Umsatz bei. (db)
Die China National Chemical Corporation (ChemChina) wird alleiniger Eigentümer der Adama Agricultural Solutions Ltd., Tel Aviv. Außerdem soll Adama in China an die Börse gehen, teilte das israelische Unternehmen am Sonntag mit. Vorgesehen ist dafür eine Kooperation mit dem ChemChina-Tochterunternehmen Sanonda, einem chinesischen Pflanzenschutzhersteller.

ChemChina hält bislang 60 Prozent an Adama und will die restlichen 40 Prozent, die sich noch bei der israelischen Investmentgesellschaft Koor befinden, übernehmen. Vorgesehen sind ein Baranteil und die Übernahme von Schulden. Der gesamte Adama-Konzern wird in der Transaktion nach Aussage aus Tel Aviv mit ungefähr 3,5 Mrd. US-$ bewertet.

Neue Regeln erleichtern Gang an chinesische Börse

Der Zusammenschluss, der bereits seit gut einem Jahr vorbereitet wird, ist durch neue Börsenregeln erleichtert worden. Die chinesische Finanzaufsicht erlaubt seit Mitte Juni die Kombination zwischen einem international agierenden Konzern wie Adama mit einem Unternehmen, das an einer chinesischen Börse gelistet ist. Die neue israelisch-chinesische Adama-Sanonda-Konstruktion soll bis Anfang August Gestalt annehmen und nach den jetzigen Plänen in der ersten Jahreshälfte 2017 abgeschlossen sein. Dann sollen Aktien an der Börse in Shenzhen handelbar sein. Bei dem Standort handelt sich um die zweitgrößte chinesische Börse hinter Shanghai. Notiert wird in Shenzhen in Renminbi und Hong Kong Dollar.

Firmenname und Marke sollen bleiben

Nach weiteren Informationen aus Tel Aviv soll das bisherige globale Management auch in der Kombination mit Sanonda an der Spitze stehen und die chinesische Geschäftseinheit gestärkt werden. Schließlich soll Adama als Firmenname und Marke erhalten und die Konzernzentrale in Tel Aviv bestehen bleiben. An der dortigen Börse sollen auch künftig Adama-Anleihen gehandelt werden.

Adama verspricht sich von der Zusammenarbeit mit Sanonda eine Stärkung der China-Strategie. Der israelische Konzern betrachtet China als eine der Schlüsselregionen für Wachstum. Das gilt zum einen als Markt für Pflanzenschutz und zum anderen als Produktionsstandort für Agrarchemie. In China befinden sich die größten Kapazitäten für generische Pflanzenschutzmittel mit entsprechendem Know-how in der Synthese und Formulierung.

Einen Plan für einen Börsengang hatte Adama bereits Anfang 2015, allerdings war damals New York vorgesehen. Damals ging es darum, Geld für die Expansion in China gewinnen. Dann kühlte sich aber sowohl die Agrarkonjunktur als auch die Konjunktur für Neuemissionen ab. (db)
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