Chemische Industrie entdeckt nachwachsende Rohstoffe

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In der chemischen Industrie werden immer häufiger nachwachsende Ausgangsstoffe eingesetzt. Grund dafür sind nach einer Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan die gestiegenen Rohstoffpreise. Weitere Vorteile seien die Stabilität und Planbarkeit der Preise sowie die einfache Verfügbarkeit, berichtet pressetext.de. Vergleichbare Schwankungen wie bei Rohöl gebe es beispielsweise bei Weizen oder Zucker nicht. Zudem versprechen bestimmte Mikroorganismen eine höhere Produktivität für die gewünschten Chemikalien, so die Autoren der Studie. Auch Umweltkriterien spielten eine zunehmende Rolle bei den Unternehmen. Beim Herstellungsprozess des Biokunststoffs Sorona aus nachwachsenden Rohstoffen würden beispielsweise bis zu 50 Prozent weniger Treibhausgase freigesetzt als bei der Herstellung von Nylon 6 aus nicht erneuerbaren Ausgangsstoffen.

Was dem Markt für Chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen laut den Analysten noch fehlt, ist eine gute Integration von Unternehmen zu Unternehmen, wie sie etwa in der petrochemischen Industrie vorhanden ist. So müssten zwei völlig unterschiedliche Lieferketten miteinander verknüpft werden, nämlich die der Lebensmittelkette und die der chemischen Industrie. Das Umsatzpotenzial von nachwachsenden Rohstoffen als Ausgangsstoffe in der chemischen Industrie wird als hoch angesehen. 2008 wurden auf dem Weltmarkt für Chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen Umsätze von 1,63 Mrd. US-$ erzielt. Bis 2015 wird ein Anstieg des Marktwerts auf 5,01 Mrd. US-$ erwartet. (AW)

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