China: Klimawandel schmälert Getreideproduktion

Die Klimaerwärmung könnte Chinas Ziel auf Selbstversorgung einen Strich durch die Rechnung machen. Meteorologen erwarten eine um bis zu 37 Prozent niedrigere Getreideproduktion in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts. Vor allem Weizen, Mais und Reis wären betroffen, zitiert Agra Europe London Zheng Guoguang, Leiter der Meteorologiebehörde des Landes. Denn jedes Grad an Klimaerwärmung würde die optimalen Wachtstumsfenster für diese Kulturen verkürzen. Ertrags- und Qualitätseinbußen wären die Folge, warnt Guoguang. Extreme Trockenheiten könnten zudem im Nordosten Chinas die Ertragsverluste noch deutlich erhöhen. Bereits in diesem Jahr fiel die Maisernte auf Grund von Dürre um 13 Prozent niedriger aus.

Für die gesamte Region Südasien erwartet Guoguang bis 2050 eine um insgesamt 30 Prozent geringere Getreideerzeugung. Das International Food Policy Research Institute (Ifpri) in Washington differenziert in einer Studie nach Kulturen. So geht das Ifpri für Weizen von Ertragsverlusten bis zu 50 Prozent aus. Für Reis prognostiziert das Institut Einbußen von 17 Prozent und für Mais von 6 Prozent. Ob die Prognosen allerdings so eintreffen, hängt von vielen Faktoren ab, geben Wissenschaftler zu bedenken. (AW)
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