Chinas Maisnachfrage bewegt Weltmärkte

Für Mais könnte sich das traditionelle Exportland China künftig zum bedeutenden Käufer am Weltmarkt entwickeln. David Nelson, Agraranalyst der niederländischen Rabobank, betrachtet Chinas Maisnachfrage als einen der wichtigsten Faktoren für die globalen Agrarmärkte. In einer neuen Rabobank-Studie verweist Nelson auf Sojabohnen, von denen China Anfang der 1990er Jahre nur unbedeutende Mengen nachgefragt hatte. Heute stellen die chinesischen Sojabohnenkäufe fast 60 Prozent aller globalen Importe. Nelson geht davon aus, dass China auch für Mais eine „enorme" Nachfrage entwickeln wird. Er rechnet mit Größenordnungen von „mehreren zehn Millionen Tonnen".

China ist mit einer Maiserzeugung zwischen 160 und 170 Mio. t zweitwichtigstes Erzeugungsland hinter den USA und vor der EU. Die chinesische Versorgungsbilanz für Mais ist seit Jahren etwa ausgeglichen. Vor wenigen Jahren konnte das Land sogar einige Millionen Tonnen exportieren. Seit diesem Sommer hat sich das Bild gewandelt. Immer wieder ist an den Agrarbörsen von chinesischem Importbedarf an Mais die Rede. Allerdings handelt es sich bislang um kleinere Mengen. Das US-Landwirtschaftsministerium USDA weist für China 2010/11 Maisimporte von 1 Mio. t aus. (db)
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