Übernahmekandidaten

Chinesen für Syngenta im Gespräch


Der Chemiekonzern ChemChina zeigt offenbar Interesse an einer Übernahme der Syngenta AG in Basel. Laut Medienberichten, die seit Mittwochabend im Internet zu finden sind, liegt aktuell ein Angebot über 44 Mrd. Schweizer Franken vor. Es wäre der zweite Anlauf der Chinesen nach einem ersten Versuch Mitte November, der vermutlich nicht erfolgreich war. In beiden Fällen haben Nachrichtenagenturen über die Angebote berichtet, ohne dass es offizielle Bestätigungen aus den Konzernen gab.

Im Westen bei Adama engagiert

Mit der China National Chemical Corporation (ChemChina) rückt ein Staatskonzern in den Fokus, der bereits im westlichen Pflanzenschutzmarkt aktiv ist. Das Unternehmen ist seit 2011 an der Adama Agricultural Solutions Ltd., Tel Aviv, beteiligt. Nach Branchenschätzungen hält ChemChina 5 Prozent des Weltpflanzenschutzmarktes, was einem Umsatz in der Größenordnung von 3 Mrd. US-$ entspräche.

„Going global" lautet die Strategie

In der aktuellen Fortune-500-Liste der umsatzstärksten internationalen Unternehmen nimmt ChemChina mit einem Gesamtumsatz von rund 42 Mrd. US-$ Rang 265 ein. Nach einer Selbstdarstellung im Internet strebt der Staatskonzern eine Führungsrolle unter den globalen Chemiefirmen an. „Going global" gilt nicht nur für das Pflanzenschutzgeschäft, in dem sich ChemChina auf Generika spezialisiert hat. Für Aufsehen gesorgt haben die Chinesen kürzlich auch mit der geplanten Übernahme des Reifenherstellers Pirelli, die 2016 über die Bühne gehen soll. Im Futtermittelsektor ist ChemChina ebenfalls vertreten. Adisseo als einer der weltweit führenden Anbieter von Zusatzstoffen gehört seit 2006 den Chinesen.

Alle sprechen miteinander

Seitdem Monsanto im Frühjahr das Interesse an der Übernahme von Syngenta bekundet hat, sprechen die führenden sechs Hersteller von Pflanzenschutzmitteln offen über eine Konsolidierung. Zu der Sechser-Gruppe zählen die beiden deutschen Anbieter Bayer Crop Science und BASF, Syngenta in der Schweiz sowie Dow, DuPont und Monsanto in den USA. Seit Mittwoch wird auch ein Zusammengehen von Dow und DuPont als wahrscheinliche Option diskutiert. (db)
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