Chirac gegen weitere Reform der EU-Agrarpolitik

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Die auf dem Berliner EU-Gipfel getroffenen agrarpolitischen Entscheidungen müssten bis 2006 Bestand haben. Dies forderte der französische Staatspräsident Jacques Chirac am Montagabend in Paris in einem Gespräch mit Agrarkommissar Franz Fischler. Die Interventionspreise für Getreide sollten nicht über 15 Prozent hinaus gesenkt werden und das Quotensystem bei der Milch nicht in Frage gestellt werden. Wenn die Kommission die Absicht habe, im kommenden Jahr Berichte über die Wirkungen der Berliner Beschlüsse zu verfassen, rechne er nicht mit weiteren Reformvorschlägen. Schließlich bedauerte Chirac, dass sich Fischler mit seinen Vorstellungen zur Zuckermarktordnung innerhalb der Kommission nicht durchsetzen konnte. Fischler hatte sich für eine Verlängerung des heutigen Regimes um fünf Jahre ausgesprochen. Eine Mehrheit innerhalb der Kommission will die Marktordnung aber nur für zwei weitere Jahre fortsetzen, um sie anschließend grundlegend zu reformieren. Fischler antwortete Chirac, er werde sich bei den Agenda 2000-Beschlüssen streng an die Vorgaben von Berlin halten. Sollten sich manche Entscheidungen mit Überprüfungsklausel als unzureichend erweisen, erfolgten Vorschläge der Kommission. (Mö)
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