Im Rahmen seines heutigen Besuches auf landwirtschaftlichen Betrieben in Niedersachsen ist EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos auf Kritik gestoßen. Im Mittelpunkt stehen die Vorschläge zum Greening. Nach den Vorschlägen des EU-Kommissars soll zukünftig jeder landwirtschaftliche Betrieb 7 Prozent seiner Flächen als ökologische Vorrangfläche zur Verfügung stellen und nicht mehr bewirtschaften.

Die Leiter von zwei Betrieben der Milch- und Veredlungswirtschaft in der Region Hannover wiesen Ciolos auf die damit verbundenen Probleme hin, berichtet das niedersächsische Landwirtschaftsministerium. Dazu gehörten beispielsweise die steigenden Pachtpreise sowie die Beschaffung von Ersatzfutter in der von vielfältiger Nutzung beanspruchten Region. Unterstützt wurden die Betriebsleiter von Agrarminister Gert Lindemann. Dieser habe darauf hingewiesen, dass die Agrarreform Familienbetriebe unterstützen und nicht in ihrer weiteren Entwicklung behindern solle. Auch der am Besuch beteiligte Präsident des niedersächsischen Landvolks Werner Hilse habe die Greening-Vorschläge als "völlig falsches Signal" bezeichnet. Landwirte würden sich einer nachhaltigen Erzeugung verpflichtet fühlen, so Hilse. Dies könne jedoch nicht an starren Prozentzahlen festgemacht werden. Vielmehr sei jeder einzelne Betriebsleiter in der Verantwortung. (az)  
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