Weltweit werden jährlich rund 1,3 Mrd. t Nahrung verschwendet. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos will mit der geplanten Agrarreform eine nachhaltige Landwirtschaft in der EU forcieren. Eine Studie der UN-Welternährungsorganisation (FAO) zu Lebensmittelverlusten alarmiert auch EU-Agrarkommissar Ciolos. Er ruft alle Beteiligten an der Lebensmittelkette auf, sorgsamer mit Nahrungsmitteln umzugehen. Damit der Verschwendung von Lebensmitteln in der EU Einhalt geboten wird, appelliert Ciolos an jedes Glied in der Lebensmittelkette, vom Erzeuger bis zum Verbraucher, einen Teil der Verantwortung zu übernehmen. Er sieht die beunruhigende FAO-Studie als einen Auftrag, die Reduktion der Nahrungsmittelverschwendung auch durch die geplante Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach dem Jahr 2013 voranzutreiben.

Der Verlust bei Lebensmitteln sei in Industrienationen und Entwicklungsländern etwa gleich groß. So würden durch unsachgemäße Ernte, schlechte Lagerung, fehlende Verpackung und Mängel im Transport in Entwicklungsländern 40 Prozent der Nahrungsmittel verderben, zitiert der Wiener Agrarinformationsdienst (AIZ) aus der FAO-Studie. In Industrieländern würden 30 Prozent der Lebensmittel beim Handel und Konsumenten weggeworfen. Teilweise werden sie laut AIZ vor dem Verkauf aussortiert wegen optischer Mängel oder verfaulen im Kühlschrank. (az)
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