Jahresabschluss

Claas verdient deutlich weniger

Claas verzeichnet im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 3,6 Mrd. €, nach 3,8 Mrd. € in der Saison davor. Das Ergebnis vor Steuern ging - vorwiegend volumenbedingt - auf 93 (Vorjahr: 158) Mio. € zurück.

Weltweite Mitarbeiterzahl geht erneut leicht zurück
-- , Foto: Claas
Weltweite Mitarbeiterzahl geht erneut leicht zurück
„Wir haben uns in weiter stark rückläufigen Märkten gut behauptet. Das zweistellige Umsatzwachstum in Osteuropa wirkte sich stabilisierend aus. Um aus dem mehrjährigen Marktabschwung gestärkt hervorzugehen, setzen wir unser Effizienzprogramm fort und investieren weiter konsequent in die Digitalisierung und Internationalisierung des Konzerns", so Lothar Kriszun, Sprecher der Claas-Konzernleitung, am heutigen Mittwoch vor der Presse in Düsseldorf.

Fokus auf Elektronik und Software

So stiegen die Investitionen in Forschung und Entwicklung im aktuellen Berichtszeitraum „auf einen neuen Rekordwert" von 214 (203) Mio. €. Einen wachsenden Stellenwert nimmt nach den Worten von Kriszun die Elektronik und Software ein, damit Landmaschinen besser gemanagt und vernetzt werden könnten. „Immer mehr Landwirte wollen ihre gesamte betriebliche Prozesskette auf dem Hof schneller überblicken und effizienter steuern", erläuterte er in Düsseldorf.

Weniger Jobs
Claas beschäftigte 2016 insgesamt rund 11 300 Menschen. Das sind zwei Prozent weniger als im Jahr 2015. Konzernweit sind im Saldo gut 200 Stellen abgebaut worden. Auch 2017 wird die Zahl der Beschäftigten voraussichtlich weiter sinken. Das Unternehmen sprach heute von weiteren 100 bis 200 Jobs, die wegfallen könnten. (kbo)
„Der weltweite Markt für professionelle Landtechnik ist in diesem Jahr in vielen Regionen erneut deutlich zurückgegangen", sagte Kriszun. So sei der Mähdreschermarkt in Nordamerika seit dem Jahr 2013 um die Hälfte eingebrochen, während er in Europa um 22 Prozent schrumpfte. Claas habe von einem Umsatzanstieg in Osteuropa und einer stabilen Entwicklung in Frankreich profitiert. In allen anderen Regionen entwickelten sich die Umsätze rückläufig. In Deutschland konnte der Rückgang durch einen verstärkten Verkauf von Gebrauchtmaschinen sowie den weiteren Ausbau des Servicegeschäfts teilweise kompensiert werden.

2017 viele Unwägbarkeiten

Für das aktuelle Geschäftsjahr 2017 rechnet der Konzern weiter mit einem rückläufigen Weltmarkt. Die negative Entwicklung der landwirtschaftlichen Einkommen und die Auswirkungen von politischen und wirtschaftlichen Krisen führten zu einer fortgesetzten Kaufzurückhaltung bei Landtechnik. Claas erwartet daher für 2017 einen leichten Umsatzrückgang sowie ein stabiles Ergebnis vor Steuern. (Sz)
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