Bioethanol

Cropenergies gibt Gas


Der Umsatz reduzierte sich im Geschäftsjahr 2015/16 (März/Februar) aufgrund der gesunkenen Bioethanolproduktion auf 723 (Vorjahr: 827) Mio. €. Allerdings brachten höheren Erlöse für Bioethanol und Nebenprodukte wie das Eiweißfuttermittel Protigrain das operative Ergebnis mit 87 (Vorjahr: minus 11) Mio. € Cropenergies wieder in die Gewinnzone, sagte CEO Joachim Lutz bei Vorstellung der Zahlen am Mittwoch in Mannheim. Mit dazu beigetragen habe aber auch der günstige Einkauf von Futtergetreide als Ausgangsprodukte für die Produktion im Berichtsjahr. Gegenüber Vorjahr seien die Getreidepreise um rund 50 €/t gesunken.

Anlage in Wilton soll im Sommer anlaufen

Cropenergies musste vor einem Jahr die Reißleine ziehen und die Produktionsanlage in Wilton, Großbritannien, temporär stilllegen. Damit sank die gesamte Bioethanolherstellung im Berichtszeitraum um rund 220.000 auf 837.000 Kubikmeter. Dadurch reduzierte sich auch die Menge der erzeugten Lebens- und Futtermittel. Einschließlich der zugekauften Handelsmengen, verkaufte Cropenergies 997.000 (Vorjahr: 1,3 Mrd. ) Kubikmeter. Nun soll die Bioethanolanlage in Wilton im Sommer im Testbetrieb wieder anlaufen, kündigte Lutz an.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr stand für Cropenergies ein besseres Ergebnis zu erzielen, eindeutig im Vordergrund. So wurde in Zeitz die Produktion von Neutralalkohol ausgebaut. Mit diesem Hochpreissegment will sich das Unternehmen von der Volatilität der Bioethanolpreise stärker abgrenzen.

Freundlicher Ausblick

Nach dem schwierigen Jahr 2014/15 hellt sich der Ausblick für Cropenergies wieder auf. Für das läufende Geschäftsjahr 2016/17 erwartet die Südzucker-Tochter einen Umsatz von 625 bis 700 Mio. €. Vor dem Hintergrund konstanter Absatzmengen aber wahrscheinlich wieder unterhalb des guten Vorjahres liegender Bioethanolpreise, rechnet Lutz für das Geschäftsjahr 2016/17 mit einem operativen Ergebnis in einer Bandbreite von 30 bis 70 Mio. €. Der Finanzvorstand Dr. Stephan Meeder rechnet für die Stillegung in Wilton mit einem Sonderaufwand in Höhe von 17 Mio. €.

Wie bereits am Dienstag mitgeteilt, will der Vorstand auf der Hauptversammlung am 12. Juli 2016 in Mannheim wieder eine Dividende von 0,15 (Vorjahr: 0,00) €/Aktie ausschütten. Auf der Grundlage von 87,25 Mio. € ausgegebenen Stückaktien ergibt sich eine Ausschüttungssumme von 13 Mio. €. (da)
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