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Die Erntemengen von Getreide und Raps sind für die Erzeuger enttäuschend ausgefallen. Mit knapp 40 Mio. t. Getreide wird das ohnehin schon unterdurchschnittliche Vorjahresergebnis nochmals um etwa 8,7 Prozent unterschritten, erklärte der Deutschen Bauernverband (DBV) am Montag in seiner Ernte-Bilanz in Berlin. Auch die Rapsernte sei ernüchternd gewesen. Obwohl die Anbaufläche um 9 Prozent ausgeweitet wurde, liege die Erntemenge mit 5 Mio. t. etwa 5 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Wie die außergewöhnlich niedrige Ernte auf die Preise wirken werde, sei schwer abzuschätzen.

In der EU-27 werde die Getreideernte mit 255 bis 265 Mio. t. unter der Prognose von 270 Mio. t. bleiben. Weltweit werde die Weizenernte allerdings mit 610 Mio t. deutlich freundlicher ausfallen als im Vorjahr (592 Mio. t.). Trotz der beruhigenden Signale vom Weltmarkt sei wegen einer steigenden Nachfrage ein Auf und Ab bei den Preisen zu erwarten, erklärte DBV-Generalsekretär Helmut Born. Insgesamt tendierten die Erzeugerpreise für Agrarprodukte aber weltweit nach oben. „Der Verbraucher muss sich darauf einstellen, dass der Weltmarkt sich langfristig über dem vormaligen EU-Stützungsniveau bewegen wird“, sagte Born.

Das außergewöhnlich niedrige Ernteergebnis ist laut DBV zum einen auf den schwierigen Witterungsverlauf mit Trockenheit im Frühjahr und hohen Niederschlägen in den Sommermonaten zurückzuführen. Zum anderen sei die Anbaufläche für Getreide und Mais vor allem wegen des verstärkten Anbaus von Raps im Vergleich zum Vorjahr um 120.000 ha zurückgegangen. Das entspreche einer Erntemenge von 800.000 t. Die Getreide-Qualitäten seien den ersten Eindrücken zufolge leicht unterdurchschnittlich, aber insgesamt zufriedenstellend. Die Fallzahlen der ersten Musterproben seien insgesamt gut ausgefallen, hieß es. (gk)

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