1

Molkereien, Mühlen, Obst- und Gemüsevermarkter sowie leistungs- und wettbewerbsstarke Schlachthöfe und Fleischwarenfabriken müssen sich besser am Markt platzieren, um den Agrarstandort Deutschland zu sichern. Darauf hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, beim Kreisbauerntag Göppingen nachdrücklich hingewiesen. Land- und Agrarwirtschaft sollten enger zusammenrücken. Die Schlachthöfe genauso wie die Molkereien müssten wissen, dass die Landwirte von ihnen Transparenz in der Beurteilung ihrer Leistungsfähigkeit erwarteten. Ein solider aussagekräftiger Preisvergleich müsse deshalb vorgenommen werden. Die Bauern würden sich dann auch für langfristige Bindungen aussprechen.

Für Sonnleitner reicht ein Zusammenrücken von Land- und Agrarwirtschaft allein aber nicht aus, um dem konzentrierten Lebensmitteleinzelhandel bei der Preisgestaltung Paroli bieten zu können. So seien in der Molkereiwirtschaft dringend unternehmerische Entscheidungen erforderlich, um strategische Größenordnungen zu erreichen. „Notwendig sind größere Marktvolumen, sonst werden sie untergebuttert“, betonte Sonnleitner. Die Strukturveränderungen in Europa im Molkereibereich, bei den Schlachthöfen, in der Fleischwarenindustrie wie auch bei den Mühlen oder Geflügelschlachtereien zeigten, wohin der Weg ginge. Jetzt stelle sich die Frage, ob dies in Deutschland mit den genossenschaftlichen Einrichtungen auch zu schaffen wäre. Die Landwirte hätten diesen Ehrgeiz, auf den Märkten nicht den Rückwärtsgang einzulegen, sondern im Verbrauchermarkt der EU aktiv zu werden, betonte der DBV-Präsident. (ED)

stats