Unerfreuliche Witterungsverhältnisse bestimmen die Feldarbeiten. Erzeuger fürchten Qualitätsverluste.

Die Wetterbedingungen zum Start der Getreideernte 2012 sind schwierig. Durch wiederkehrende, zum Teil starke Niederschläge werden die Erntearbeiten immer wieder unterbrochen. Die Bauern warten angespannt auf gutes Erntewetter, hat der Deutsche Bauernverband (DBV) jetzt bei einer Umfrage unter den Landesbauernverbänden ermittelt.

Für einen Fortgang der Ernte sind mehrere trockene Tage dringend erforderlich. Es mehren sich die Sorgen der Landwirte, zusätzliche Verluste durch ein Abknicken der Ähren, durch Lagergetreide und durch Qualitätsverluste beim Weizen hinnehmen zu müssen, stellt der DBV fest.

Bei Wintergerste fällt die Erntefläche aufgrund von Auswinterungsschäden um 8 Prozent kleiner als im Vorjahr aus und liegt noch bei gut 1 Mio. ha. Lediglich in Baden, Bayern und in den östlichen Bundesländern konnte bereits Wintergerste geerntet werden, meldet der DBV. Im Rheinland und in Rheinland-Pfalz kann die reife Gerste auf Grund immer wieder auftretender Regenfälle vielfach nicht gedroschen werden.

Die wenigen Ernteergebnisse lassen zurzeit noch keine gesicherte Ernteeinschätzung zu. Die Prognosen gehen von einer unterdurchschnittlichen Ernte auf dem niedrigen Vorjahresniveau aus.

Beim Winterweizen geht der DBV aufgrund der Auswinterungsschäden von einer um 12 Prozent reduzierten Anbaufläche von insgesamt 2,9 Mio. ha aus. Beim Raps liegt die Anbaufläche mit 1,3 Mio. ha in etwa auf dem niedrigen Vorjahresniveau. Der DBV erwartet eine Ernte leicht über dem Vorjahresergebnis.

Auch die Ernte der deutschen Frühkartoffeln ist durch die kühle und feuchte Witterung ins Stocken geraten. Darüber hinaus ist die Abreife der Kartoffeln aufgrund der recht kühlen Temperaturen und der wenigen Sonnenstunden verzögert. (hed)
stats