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In den Ställen von Mastschweinen- und Ferkelbetrieben in Nordrhein-Westfalen verschärfen sich die Tierschutzprobleme als Folge der Schweinepest dramatisch. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat sich in einem „Brandbrief“ an Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer und EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel gewandt mit der dringenden Aufforderung, umgehend ein Ankaufprogramm überschwerer Schweine zu genehmigen, heißt es in einer Mitteilung. Nach dem Ende des totalen Transportverbotes dürfen Schlachtschweine seit Ostersamstag zwar wieder innerhalb Nordrhein-Westfalens geschlachtet werden. Beschränkungen bestehen jedoch weiterhin in Sperr- und Beobachtungsgebieten. Dies führe dazu, dass in vielen Ställen schlachtreife Schweine und verkaufsfähige Ferkel seit dem 3. März nicht mehr den Stall verlassen konnten. Diese Tiere seien so schwer geworden sind, dass in den Ställen erhebliche Platzprobleme entstanden sind.

Dafür verantwortlich machte der Vorsitzende des DBV-Fachausschusses "Schweinefleisch"und Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Franz-Josef Möllers, eine schleppende Bürokratie von Bundesregierung und EU-Kommission. Ein von den zuständigen Fachabteilungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums erstelltes Ankaufprogramm konnte bisher nicht zur weiteren Genehmigung an die EU-Kommission weitergeleitet werden, da die Zustimmung des Bundesfinanzministeriums fehle, so Möllers. (ED)

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