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Die Erntesituation in Deutschland mit unzureichender Backfähigkeit bei einem Teil des geernteten Weizens und Roggens verlange marktpolitische Maßnahmen zur Verwertung des Getreides, bekräfigte gestern das Präsidium des Deutschen Bauernverband (DBV), Berlin. An die EU-Kommission gerichtet äusserte der DBV, sie solle der diesjährigen Erntesituation in Deutschland durch eine Änderung der Interventionskriterien Rechnung zu tragen. Der Verband schlägt eine Anhebung des maximalen Feuchtegehaltes von 14,5 Prozent auf 15 Prozent vor. Die Fallzahl bei Weizen solle von 220 auf 180 gesenkt werden.

Erweitert werden sollten nach Vorstellung des DBV auch die Verwertungsmöglichkeiten auf den Höfen. Die Bundesländer müssten in Regionen, wo Getreide mit schlechten Qualitäten zu einem Vermarktungsproblem führt, per Ausnahmeregelung auf Länderebene die thermische Nutzung von Getreide in Kleinfeuerungsanlagen auf den Betrieben zuzulassen. Getreide sei ein wertvoller Rohstoff, dessen Energie nicht verworfen werden dürfe. Auch sei eine vermehrte energetische Verwertung von Getreide im Kraftstoffmarkt anzustreben. Eine Voraussetzung hierzu bilde die Beimischung von Bioethanol zu Benzin. DBV-Präsidium fordert von den Unternehmen der Mineralölwirtschaft, mit der flächendeckenden Verwendung von 5 Prozent Bioethanol im Benzin zu einer Steigerung der energetischen Nutzung von Getreide beizutragen. (ED)

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