Der Deutsche Bauernverband macht Druck gegen den geplanten Steuersatz für Mehrgefahrenversicherungen. Vor der Beratung im Parlament wendet er sich an finanz- und agrarpolitische Sprecher der Bundestagsfraktionen.

Nach Ansicht des DBV plant die Bundesregierung bei Mehrgefahrenversicherungen gegen Hagel, Sturm, Spätfrost und Starkregen die Hand zu weit aufzuhalten. In der Konsequenz könnten sich nur wenige Betriebe diese sinnvolle Absicherung leisten. 

„Zunehmende Wetterextreme stellen eine immer stärkere Bedrohung für die Landwirtschaft dar", schreibt der stellvertretende Generalsekretär des DBV, Udo Hemmerling, an die Abgeordneten. Heute würden etwa zwei Drittel der Ackerflächen gegen Hagelschlag versichert. Das reiche aber in Zukunft nicht mehr aus. Landwirte müssten sich gegen weitere Wetterrisiken wie Sturm, Starkregen, Spätfrost, Auswinterung, Überschwemmung oder Trockenheit besser absichern können, so Hemmerling.

Nach den Plänen der Bundesregierung soll bei Ergänzung einer Hagelversicherung um weitere Risiken insgesamt eine Versicherungsteuer von 19 Prozent des Versicherungsbeitrags fällig werden. Traditionell wird die Hagelversicherung aber mit 0,2 Promille der Versicherungssumme besteuert. Eine in einer Mehrgefahrenversicherung enthaltene Hagelversicherung soll laut Gesetzentwurf nur noch dann nach der geringeren Versicherungssumme besteuert werden, wenn sie in einem selbstständigen Vertrag abgeschlossen wird. Dies sei realitätsfremd, kritisierte der DBV, da nur durch die Bündelung verschiedener Risiken in einer Versicherung bezahlbare Versicherungsprämien angeboten werden können.

Vor dem Bauernverband hatten sich Anfang Juli bereits die Bundesländer dafür ausgesprochen, den ermäßigten Steuersatz auf alle Mehrgefahrenversicherungen anzuwenden. (sch)

 

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