Milchwirtschaft

DBV plädiert für Branchenverband

Brachliegende Potenziale im Milchsektor müssen offen benannt werden, fordert der Deutsche Bauernverband (DBV). Im Vorfeld des für den 15. September im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) anberaumten erneuten „Milchgipfels" setzt sich der DBV für die Schaffung eines eigenen Branchenverbandes Milch ein. Dieser könne dazu beitragen, die Lieferbeziehungen und die Vertragsgestaltung zwischen Molkereien und Landwirten moderner und marktgerechter zu gestalten. Die Branchenorganisation könne Empfehlungen erarbeiten, an denen sich Marktakteure orientieren, um beispielsweise mit zunehmenden Preisschwankungen besser umzugehen, so der DBV.

Die Einrichtung einer derartigen Branchenorganisation war während der ersten Milchgipfels in diesem Jahr im Mai 2016 vereinbart worden. Über den Stand der in der Zwischenzeit erfolgten Maßnahmen möchte sich Bundesagrarminister Christian Schmidt am Donnerstag dieser Woche informieren lassen. Dazu geladen sind nach agrarzeitung.de vorliegenden Informationen Vertreter des Milchindustrie, des DBV sowie des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) und der privaten Molkereiindustrie.

Unterdessen wird von einer lebhaften Entwicklung auf den Märkten für Molkereiprodukte berichtet. Hauptgrund dafür sei eine deutliche Verknappung der Angebotsmenge. Ursache dafür sei auch der durch die Hitze bedingte Leistungsabfall der Milchkühe. Die Notierungen am Käsemarkt hätten sich im Vergleich zum Tiefpunkt im Juni 2016 mittlerweile annähernd verdoppelt, heißt es aus der Molkereiwirtschaft. (jst)
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