Der Deutsche Bauernverband (DBV) bilanziert die deutsche Getreideernte 2010 auf 43,9 Mio. t. Trotz hoher Qualitätsverluste sieht er jedoch keine Versorgungsengpässe auf dem Markt. Obwohl die Ernte in einigen Regionen Deutschlands noch im Gange ist, bilanzierte der DBV bereits heute die Getreide- und Rapsernte 2010. Der Verband geht für 2010 davon aus, dass die Erntemenge an Getreide in Deutschland mit 43,9 Mio. t rund 12 Prozent niedriger als 2009 liegt. Damit schätzt der DBV die deutsche Getreideernte leicht höher als der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), der in seiner August-Prognose von 43,7 Mio. t ausgeht. Beim Winterweizen spricht der DBV von 22,7 Mio. t Erntemenge. Beim Raps bilanziert der DBV genauso wie der DRV eine Erntemenge für Deutschland von 5,6 Mio. t.

„Das ist eine magere Bilanz", sagte der Vorsitzende des DBV-Fachausschusses Getreide, Klaus Kliem, heute vor Journalisten in Berlin. Insbesondere die hohen Qualitätsverluste machen den Landwirten Sorgen. Laut Kliem stehen deutschlandweit noch durchschnittlich 20 Prozent des Getreides auf den Äckern, vor allem Sommergerste und Winterweizen. Dennoch könne von Versorgungsengpässen keine Rede sein, so Kliem. Den Ruf aus der Nahrungsmittelwirtschaft nach steigenden Verbraucherpreisen hält Kliem für unbegründet, weil die weltweite Ernte 2010 durchschnittlich sei. (sta)
stats