Die Vorstellungen der EU-Kommission zur Agrarreform ab 2013 führen nach Ansicht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zu einer wirtschaftlichen Schwächung der Landwirtschaft. Zugleich weite sie die Bürokratie aus.

Anlässlich des Deutschen Bauerntages in Fürstenfeldbruck bezeichnete der neue DBV-Präsident, Joachim Rukwied, die Landwirtschaft als die Schlüsselbranche des 21. Jahrhunderts. Um einen Beitrag zur Welternährung und Energiewende zu leisten seien Wachstum und bäuerliches Unternehmertum gefragt.

Die sichere Versorgung mit Lebensmitteln sei die wichtigste Herausforderung - noch vor dem Klimawandel. Aus diesem Grund lehnt Rukwied vor allem den EU-Vorschlag ab, dass künftig jeder Betrieb 7 Prozent seiner Ackerfläche als ökologische Vorrangfläche ausweisen soll.

Im Forum Europäische Agrarpolitik auf dem Bauerntag zogen die Teilnehmer das Resümee: "Die Vorstellungen der EU-Kommission zur EU-Agrarreform ab 2013 werden den Erfordernissen einer wettbewerbsfähigen und zugleich nachhaltigen europäischen Landwirtschaft nicht gerecht. Sie führen sogar zu einer Ausweitung von Bürokratie und einer wirtschaftlichen Schwächung der europäischen Landwirtschaft, ohne den Nutzen für die Umwelt zu verbessern."

Im Forum „Vision 2030“ diskutierten die überwiegend jugendlichen Teilnehmer über die Zukunft der Landwirtschaft. Die Bundesvorsitzenden des Bundes der Deutschen Landjugend, Magdalena Kliver und Matthias Daun fassten das Ergebnis zusammen: „Wir wollen, dass die Landwirtschaft 2030 zu den attraktivsten Berufsfeldern überhaupt zählt. Dazu müssen wir eine Landwirtschaft entwickeln, die marktorientiert wirtschaftet, innovativ ist und zugleich die Ressourcen optimal schützt.“

Auch das Forum „Tierhaltung“ beschäftigte sich mit der gesellschaftliche Akzeptanz. Gefordert wird „Klotzen statt Kleckern“ in der Öffentlichkeitsarbeit und ein intensiver berufsständischer Dialog unter den Tierhaltern.

Zum Milchmarkt wurde ebenfalls eine Erklärung auf dem Bauerntag abgegeben in der der Deutsche Bauernverband den Lebensmitteleinzelhandel auffordert, nicht "immer wieder durch Billigangebote" die Wertschätzung für Milch- und Milchprodukte zu unterlaufen. Zudem fordert das Präsidium die Molkereien auf, ihre Strukturbereinigung fortzusetzen.

Mit einer Demonstration mit der Botschaft „Auf Beton wächst kein Brot“ wurde der Bauerntag abgeschlossen. Landwirte brachten auf einer Kundgebung, an der auch Bundesagrarministerin Ilse Aigner und Bundesumweltminister Peter Altmaier teilnahmen, ihren Unmut darüber zum Ausdruck, dass nach wie vor jeden Tag 90 Hektar landwirtschaftliche Fläche verloren gehen. (HH/hed)
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