Marktkrise

DMK bekommt weniger Milch


Die DMK Deutsche Milchkontor warnt vor politischen Eingriffen in den Milchmarkt wie etwa Mengensteuerungen. Sie appelliere an die Politik „jetzt Ruhe und Umsicht zu bewahren und nicht in die Freiheit des Marktes oder funktionierende Strukturen einzugreifen“, teilte die Genossenschaft am Mittwoch in Bremen mit. DMK weist darauf hin, dass ihre rund 9.000 Mitgliedserzeuger zuletzt weniger Milchmenge angeliefert haben und damit „aus eigenem Antrieb“ auf den anhaltenden Preissturz am Milchmarkt reagierten. Für begrüßenswert hält die Genossenschaft dagegen finanzielle, politische Unterstützung, etwa in Form von Liquiditätshilfen.

Liefermenge sinkt seit April

Seit der ersten Aprilwoche nehme die angelieferte Milchmenge ab unter das Niveau aus dem Vorjahr, stellt DMK dazu fest. Das sei eine eigenständige Reaktion der Erzeuger als freie Unternehmer und keine Vorgabe seitens der Molkerei, betonte ein Sprecher auf Anfrage von agrarzeitung.de. Bereits seit Jahren böte DMK ihren Mitgliedern eine Mengenplanung über mittel- und langfristige Lieferabsichten an, aber auch das sei eine „rein freiwillige Geschichte“.

DMK-Preis bei 23,8 Cent

DMK zahlte seinen Erzeugern im April einen Preis von 23,8 Cent je Liter, erfuhr agrarzeitung.de weiter. „Im Mai werden wir wohl unter diesem Niveau liegen“, sagte der Sprecher mit Blick auf die gerade erst auf niedrigem Niveau abgeschlossenen Preisverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel für die weiße Linie bis November. „Es wird kurzfristig nicht so viel besser werden“, kommentierte der Sprecher die Lage am Milchmarkt.

DMK hat im September 2015 ein Sparprogramm aufgelegt, in dessen Rahmen die Genossenschaft 60 Mio. € bis Ende 2016 einsparen will. Das erreicht das Unternehmen nach eigenen Angaben durch einen Einstellungsstopp und Investitionsverzicht. Die eingesparten Mittel würden auf den Milchpreis draufgeschlagen, so der Sprecher weiter. (pio)
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