Der niedrige Milchauszahlungspreis des genossenschaftlichen Molkereiriesen DMK Group sorgte auf den Herbstversammlungen der Milchbauern für viel Unmut. Die Stimmung war angespannt. Zunehmend herrsche auf vielen Höfen Existenzangst, heißt es im DMK-Mitgliedermagazin „Milchwelt".

Dennoch stützen Vorstand, Aufsichtsrat und Beirat den eingeschlagenen Kurs. „Die Entscheidungen, die wir getroffen haben, waren die richtigen“, schreibt der Aufsichtsratsvorsitzende Otto Lattwesen in der „Milchwelt“. Die ehrenamtlichen Gremien stünden hinter der Strategie. „Wir haben in Wachstum investiert, als Antwort auf die vorausschauende Mengenplanung unserer Anteilseigner."

Schwer zu schaffen machen dem DMK demnach die historisch niedrigen Käse- und Magermilchpulverpreise, zwei große Pfeiler im Sortiment. Selbstkritisch sagten Haupt- und Ehrenamt auf den Herbstversammlungen, man habe „aus heutiger Sicht vielleicht zu schnell zu viel gewollt und gleichzeitig umgesetzt". Auf die Auszahlungsleistung drückten die Investitionen von rund 500 Mio. Euro von 2012 bis 2014. Gleichzeitig habe sich das Unternehmen bei einzelnen Großprojekten mit unvorhersehbaren Verzögerungen bei der Inbetriebnahme konfrontiert gesehen.

Vor dem Hintergrund der Investitionen treffe die weltweite Milchmarktkrise DMK doppelt, schreibt Lattwesen: „Klar ist: Das Management ist besonders gefordert. Die Auszahlungsleistung muss sich im Vergleich zu unseren Wettbewerbern deutlich verbessern. Diesen Auftrag haben wir sehr nachdrücklich in Richtung Geschäftsführung formuliert." (az)
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