Milchbranche

DMK verfehlt Milchpreisziel

„Wir haben unser wichtigstes Ziel – einen wettbewerbsfähigen Milchpreis zu zahlen – klar verfehlt. An dieser Tatsache gibt es nichts schönzureden“, so Ingo Müller, CEO des Konzerns, am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Bremen. Mit Blick nach vorn formulierte Müller seine „klar definierten Ziele“: Vertrauen zurückgewinnen und ein wettbewerbsfähiges Milchgeld für alle genossenschaftlichen Milchlieferanten erwirtschaften. Für 2017 seien die Signale der Milchmärkte positiv. Deshalb könne die DMK Group das Milchgeld im Juli auf 36 Cent erhöhen.

Im Geschäftsjahr 2016 erwirtschaftete der Konzern Umsatzerlöse von 5,1 (Vorjahr: 4,6) Mrd. €. Die Umsatzsteigerung um 11 Prozent gelang vor allem dank der vollen Konsolidierung der niederländischen DOC Kaas B.V. Der Jahresüberschuss wird mit 13,5 (13,0) Mio. € angegeben. Das durchschnittliche Milchgeld für die Milcherzeuger lag 2016 mit 25,2 Cent/kg (4,10 Prozent Fett, 3,41 Prozent Eiweiß) unter dem Bundesdurchschnitt (26,7 Cent/kg). „Das Milchgeld entsprach nicht dem, was die Mitglieder unserer Genossenschaft als Eigentümer erwartet haben – weder absolut noch im Vergleich zum Wettbewerb“, so der DMK-Chef.
 

Andienungspflicht wird verkürzt

 

Mit 94,1 Prozent sprach sich eine überwältigende Mehrheit der Vertreterversammlung als höchste Instanz der Genossenschaft für die Möglichkeit aus, die Andienungspflicht nach Kündigung von zwei auf ein Jahr zu reduzieren. Diese Satzungsänderung war bereits seit 2016 in der Diskussion. Sie bietet nun jedem Mitglied die Möglichkeit, die zweijährige Andienungspflicht auf ein Jahr zu reduzieren. Das ermöglicht dem Kündiger, seine Milch bereits nach zwölf Monaten anderweitig zu vermarkten. Im Gegenzug entfällt die Abnahmegarantie von DMK gegenüber dem Mitglied für diesen Befreiungszeitraum. (Sz)
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