Tiergesundheit

DON macht Schweinen zu schaffen

Das Jahr 2016 war durch Pilzinfektionen in nahezu allen landwirtschaftlichen Kulturen geprägt. Schweinehalter, die Getreide verfüttern oder Milchviehhalter, die Maissilage eingelagert haben, können Probleme bekommen.

Johanna Fink-Gremmels: „Am Futter muss der Hebel angesetzt werden.“
-- , Foto: Bayer
Johanna Fink-Gremmels: „Am Futter muss der Hebel angesetzt werden.“
Bei einer Fachtagung von Bayer in Monheim hat Prof. Dr. Johanna Fink-Gremmels kürzlich sehr praxisnahe Hinweise für Tierhalter gegeben. Fink-Gremmels ist ausgebildete Tierärztin und forscht seit Jahrzehnten unter anderem über Tierernährung. Sie wies darauf hin, dass Getreide und Mais der Ernte 2016 stärker als in den Vorjahren mit DON (Deoxynivalenol, Vomitoxin) und ZEA (Zearalenon, ZEN) belastet sind.

Fink-Gremmels beobachtet in der Praxis, dass hohe DON-Werte im Schweinefutter oft nicht erkannt werden, aber zu Entzündungen im Darm führen können. Die geschwächten Tiere leiden als Folge unter allen Arten von Infektionskrankheiten, die wiederum häufig mit hohen Antibiotikagaben bekämpft werden. Die Tiergesundheitsexpertin berichtete in Monheim, dass allein durch die Verwendung von „sauberem“ Getreide der Bedarf an Antibiotika deutlich gesenkt werden könnte.

Interview und Webinar
Auf der Website von Bayer ist ein umfangreiches Interview mit Prof. Dr. Johanna Fink-Gremmels zu finden, in dem die Zusammenhänge zur Sprache kommen. Außerdem findet am kommenden Montag, 12. Dezember, um 19 Uhr ein kostenloses Webinar statt, bei dem die Tiergesundheitsexpertin anwesend ist und auch näher auf die relevanten Mykotoxine in der Rinderfütterung eingeht. Außerdem wird Dr. Torsten Balz von Bayer Crop Science pflanzenbauliche Aspekte beleuchten. (db)
„Am Futter muss der Hebel angesetzt werden, um die Gesundheit der Tiere und auch das Tierwohl zu verbessern“, schärft Fink-Gremmels den Schweinehaltern ein. Sie nimmt aber auch die Ackerbauern in die Pflicht, die über Fruchtfolge und Bodenhygiene viel dazu beitragen können, den Mykotoxingehalt zu senken.

Außerdem weist die Professorin darauf hin, dass sich nicht alle schädlichen Mykotoxine bei den routinemäßigen Futteranalysen nachweisen lassen. Die „Dunkelziffer“ liegt zwischen 10 und 60 Prozent. Neue Untersuchungsmethoden, die ab 2017 verbreitet in den Laboren Eingang finden, spüren aber auch die bisher unerkannten Mykotoxine auf. (db)
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